Europäische Hersteller von E-Bikes laufen Sturm gegen massenhafte Billigimporte aus China. Dem Land wird vorgeworfen, mit unfairen Methoden den Markt erobern zu wollen. Ein Grund seien Staatshilfen, also Subventionen für chinesische Hersteller, die es ermöglichen, dass diese sogar zu Preisen auf den Markt kommen, die unterhalb der Produktionskosten sind.

Die Kunden sehen die asiatischen Bikes offenbar gerne: 2016 wurde etwa 430.000 Stück verkauft, Tendenz steigend. Dennoch kann man bei einem Gesamtvolumen von 20 Millionen E-Bikes pro Jahr in Europa noch nicht wirklich von einer Schwemme aus China sprechen, selbst wenn man dort die eine-Million-Grenze anpeilt.

Die Aufregung hat aber noch einen anderen Grund: Man hat Angst, dass die Chinesen die Preise verderben. Die kommen nämlich für unter 1000 Euro sogar für Mountainbikes in den Handel, ein Betrag, bei dem ein deutscher Hersteller nur müde lächeln kann – hier zu Lande zahlt man mindestens das doppelte. Ein Grund liegt auch darin, dass die Bikes aus Fernost eigene Motoren haben und nicht wie viele Europäer bei Bosch einkaufen. Sogar die amerikanische Firma kann mit diesen Motoren ihre Bikes in Europa für 800 Euro anbieten. Für 100 Euro mehr bekommt man schon eine Straßenausführung mit mindesten 50 Kilometer Reichweite und ordentlichem Drehmoment.

Ein anderes Problem der Dumping-Bikes ist die schlechte Verarbeitung, vor allem bei so wichtigen Teilen wie Bremsen. Da kann schon mal der Bremszug reißen, wenn man schnell stehen bleiben will – oder sogar beide. Auch die Felgen sind anfälliger für Schäden und verziehen sich gerne mal. Interessant ist, das viele Modelle aus Aluminium angeboten werden – das kann in China sehr billig produziert werden, weil man selbst viele Bauxit-Minen betreibt.

Ausserdem wird man sehen müssen, wie lange die Akkus der China-Bikes halten. Erfahrungen mit anderen Batterien haben gezeigt, dass sie nach nur wenigen Aufladungen bereits kräftig nachlassen. Außerdem entsprechen nicht alle den europäischen Sicherheitsstandards.