Wenn man die Zahlen des Statistischen Bundesamtes anschaut, dann scheint es dass Pedelecs gefährlicher sind als E-Bikes. Während es in 2017 zwischen Januar und September 108 Unfälle mit E-Bikes gab, zählten die Statistiker 4156 Unfälle mit den Elektro-Fahrrädern. Und nicht nur dass: Es gab bei den Pedelecs in den ersten neun Monaten des Jahres 2017 56 Tote zu beklagen, bei den E-Bikes keinen.

Verkehrsforscher sehen mehrere Ursachen für die Unterschiede. Zum einen scheint es bei den Pedelecs mehr Senioren zu geben. Zwar weist die Unfallstatistik in der Altersaufzählung die Pedelecs nicht extra aus (sie sind zusammen mit den Fahrräder aufgelistet), aber auch anderen Quellen ist ersichtlich dass ältere Menschen die Elektrofahräder zwar gerne als bequeme Alternative sehen, allerdings Probleme haben sie zu benutzen. Da sie so schnell wie ein Mofa sein können, kann man schnell überfordert sein und hat dann zum Beispiel Probleme zu bremsen. Bei den E-Bikes hingegen scheinen die Benutzer erfahrener zu sein und müssen ja auch einen Führerschein haben.

Zwar sind die Zahlen gemessen an den Gesamtunfallzahlen noch gering, aber auch bei den Fahrradunfällen stellen die Senioren über 65 die zweitgrößte Gruppe dar (nur bei der Gruppe zwischen 45 und 55 Jahren gibt es noch mehr Unfälle. Schon daraus kann man ablesen, dass auch die Pedelecs ähnlich gefährlich sind.

Wie das Problem zu lösen ist, darüber streiten die Experten. Mehr Vorschriften werden kaum helfen, und ob Senioren nochmal in die Fahrschule gehe wollen ist auch fraglich. Wahrscheinlich braucht es mehr Aufklärung, auch von den Verkäufern von Pedelecs.

Am besten probiert man als älterer Mensch ein Pedelec in einer ruhigen Verkehrsarmen Straße aus und macht sich mit dem Elektroantrieb und den Bremsen vertraut. Die meisten Unfälle mit den Elektro-Rädern passieren wegen unangepasster Geschwindigkeit und damit verbundenem Kontrollverlust. Noch gefährlicher wird es, wenn die Pedelecs getunt werden: Dann können sie bis zu 60 Stundenkilometer schnell sein.